Tempel der Liebe

 

oder die Tausend Fratzen des Egos

Herz 02

Die Geschichte spielt in den achtziger Jahren des letzten Jahrhunderts. Eine Zeit, in der es noch kein vereintes Europa, keine Handys und kein Internet gab. Grenzübergänge hatten etwas Aufregendes und man tauschte dort sein Geld in andere Währungen und befand sich alsdann in einem fremden Land, von dem aus es Mühe bereitete, Verbindung zur Heimat aufzunehmen. Man tat das mit Postkarten oder versuchte es mit R-Gesprächen, wenn es etwas Wichtiges gab oder man in Schwierigkeiten steckte. Das Sprechen anderer Sprachen war bei weitem noch nicht so gängig und so gestaltete sich auch die Verständigung zu einem Abenteuer.

Damals war das Trampen eine gängige Reisemöglichkeit unter jungen Leuten. Besonders für jene, die wenig Geld besaßen und bereit waren, sich auf Abenteuer einzulassen.

Der Held dieses Romans ist Rick, ein junger Mann Anfang zwanzig, der gerade seine Schulzeit beendet und sich noch nicht auf eine Ausbildung festgelegt hat. Damals war das noch möglich, durfte Zeit noch gemächlich sein, wurde nicht von Nützlichkeit gehetzt. Seinerzeit war ein junger Mann zudem erst einmal verpflichtet, eine Zeit bei der Bundeswehr oder im Zivildienst zu absolvieren. Eine Prüfung stellte fest, ob man gesundheitlich und vom Gewissen her tauglich für den Dienst in der Armee war. In unserem Falle war Rick wegen Unregelmäßigkeiten der Wirbelsäule von der Pflicht befreit worden. Weil er nichts Besseres zu tun wusste, hatte er sich an der Universität zu Bonn eingeschrieben und ein Studium begonnen.

Genau in diesem Zeitraum gewonnener Freiheit ereilte unseren Helden eine unvorhersehbare Wendung seines Lebenslaufes, die ihn auf eine unbestimmte Reise schickte, auf der wir ihn nun begleiten. Und weil es damals noch so war, sei dem Leser nahegelegt, die Zeilen entschleunigt zu lesen, um die Melodie der Silben zum Klingen zu bringen.

 

Herz 03