0 * Jamilanda – Zusammenfassung

Durch einen langjährigen Freund wird Leander auf eine Lebensgemeinschaft in Deutschland aufmerksam, die sich Jamilanda nennt. Der Journalist erfährt, dass dort Erkenntnisse und Wissen der Ökologie zu einer neuen Infrastruktur und Lebensweise verschmolzen worden sind. Er vermutet, dass es sich bei dieser verheißungsvollen Geschichte um eine lebhafte Fiktion, eine träumerische Fantasie seines Freundes handelt.

Ein paar Wochen später wird Leander von einem Zeitungsverlag gebeten, einen Artikel überJamilanda zu schreiben, womit sich bestätigt, dass diese Gemeinschaft tatsächlich existiert. Nun packt ihn die Neugier, denn was lange ein elitäres Projekt war, droht nun eine politische Kraft zu werden, deren Einflussbereich sich auf die gesamte Region  und vielleicht das ganze Land ausweitet.

Leander soll ergründen, was es mit dieser ‚Spirituellen Föderation Jamilanda’ auf sich hat, und weshalb der dortigen Landflucht nicht nur Einhalt geboten wird, sondern der Provinz neues Wachstum beschert. Höchst Außergewöhnliches muss dortvonstatten gehen.

Er schreibt eine Mail an Rosa, Ansprechpartnerin der „Gilde der Botschafter“ und wird eingeladen, sich einen Eindruck vor Ort zu verschaffen. Mit dem Zug reist er in Kassel Wilhelmshöhe an, wo er von Ross, einem Bürger der Gemeinschaft, mit einem Luft betriebenen Auto abgeholt wird.

Das ist der Beginn einer eigenwilligen Reise in eine bewusste Lebensart, die sich in mitten einer märchenhaften Landschaft entfaltet hat, Leander erlebt den Liebreiz üppiger Flure, runder Felder, stattlicher Dome-Gewächshäuser und kleinerTempel. Eine blühende Landwirtschaft ist entstanden, die sie Landhege nennen.

Schließlich erreichen sie das Zentrum von Jamilanda, eine schmucke Ortschaft voller Leben und Geschäftigkeit. Häuser und Gebäude erzeugen mehr Energie, als für die Haushalte und kommunale Infrastruktur benötigt wird, und die Menschen fahren Autos ohne Benzinmotor. Sie reiten auf Pferden, benutzen Rikshas, Dreiräder und Kutschen. Ihre Häuser aus ökologischen Baustoffen sind ein Museum der Architektur. Sie beinhalten intelligente Technologien zur Gewinnung lebensnotwendiger Ressourcen und ihre Abfallprodukte fließen ausnahmslos in Wertstoff-Kreisläufe.

Der Mensch selbst rückt als schöpferisches und künstlerisches Wesen in den Mittelpunkt der Betrachtung, wird ermutigt und gefördert, seine persönliche Wahrheit zu leben.So sind viele Räume entstanden, in denen Menschen ihre Talente, Ideen und Fantasien verwirklichen, ohne von Aspekten der ‚Alten Welt’  gebremst zuwerden. So nennen die Bürger des Magischen Volkes das System des Kapitalismus,v on dem sie überzeugt sind, dass es schon sehr bald zusammen brechen wird. Dieser Unausweichlichkeit wollen sie vorbeugen und Strukturen für eine umfassende, regionale Selbstversorgung entwickeln.

Er bricht mit Rosa auf und sammelt Einblicke in den Alltag dieser Lebensart und erfährt vieles über ökologische Roh- und Baustoffe.

Das Lehmviertel ist Wirkungsstätte von Künstlern und Kunsthandwerkern. Im Viertel der Zünfte und im Umland der Region sind alte Handwerks-Berufe zu neuem Leben erwacht. In konkurrenzlosem Miteinander bringen sie ökoligentes Wissen in alle Arbeitsbereiche ein und stellen die Produkte des täglichen Bedarfs aus nachwachsenden und recycelten Rohstoffen her. Ein französisches Ehepaar führt eine Ölmühle, Chinesen betreiben eine Bambusmanufaktur, Brasilianer haben eine Maulbeerplantage aufgebaut und liefern Seide. Eine Kelterei verarbeitet die Früchte, die in Plantagen, an Spalieren und in Gewächshäusern gedeihen.

Die tiefgreifenden Erneuerungen des gesellschaftlichen Lebens haben ein eigenes Gesundheitssystem erschaffen, in dem Patienten individuell auf eine breitgefächerte, ganzheitliche Art betreut und geheilt werden.

Tag für Tag wird Leander in Staunen versetzt und kommt sich vor, wie ein kleines Kind, das eine ihm unbekannte Welt entdecken und begreifen lernt.

Lehrerin Rosmarina beschreibt Inhalte der Projektschule und eine Vierzehnjährige führt durch die Welt der Jugend. Ein Gelände, auf dem Jugendliche Raum zum Ausleben ihrer Fantasien und Spielideen haben und eine selbstverwaltete Villa betreiben. In Jamilanda gibt es weder Supermärkte noch Discounter. Die Waren und Güter der Kooperativen, Zünften und Gilden werden auf dem Bazar zum Tausch oder Verkauf angeboten. Man bezahlt mit einer komplementären Währung und Gutschriften für soziales Engagement.

Leander trifft Menschen, die vielerlei ungewöhnliche Dinge tun und begegnet der schönen Elissa. Manche Bürger leben als Indianer in der jamilandischen Prärie, bewohnen hochmoderne Höhlen, bereisen als angesehene Nomaden neue Pilgerpfade oderwohnen als schweigende Einsiedler in den Bäumen des Heiligen Waldes. Er besucht einen Vortrag in der Freien Akademie, in der Ökosophie und Soziosophie zwei bedeutsame Fakultäten sind.

Er kommt in Berührung mit der Gilde der Priester und Priesterinnen und nimmt an einer Zeremonie auf den Feldern Jamilandas teil, die dazu beiträgt, Erträge zu steigern und die Luftenergetisch zu reinigen.

Die mannigfaltigen Erlebnisse lösen tiefe Prozesse in Leander aus. Die Erkundungsreise wird eine Reise zu sich selbst. Erinnerungen und vergessene Persönlichkeitsanteile erwachen. Die Infrastruktur wird zunehmend nebensächlicher. Es sind weniger die eindrucksvollen Bauwerke, die originellen Ideen der Gestaltung von Häusern, Gärten und Landschaften, was Leander begeistert. Es sind nicht esoterische Wege oder die unbegrenzten Möglichkeiten, sich erfahren und ausdrücken zukönnen. Bedeutungsvoller, als die materiellen Errungenschaften, ist für ihn, dass es den Bürgern gelungen ist, ein Klima des Wohlwollens und der authentischen Menschlichkeit zu schaffen, ohne religiös verklärt zu sein.

Leander will die Ursachen ergründen, durchdringt den Schleier der Äußerlichkeiten und erhält Einsichten in die spirituelle Philosophie des ‚Magischen Volkes’.

Die Geschichte und Wirklichkeit Jamilandas stärkt die Träume von einer ‚besseren’ Welt, lenkt den Blick auf positive Visionen und ermutigt, diese Sehnsucht als Kraftquelle zu nutzen, um in einer Gegenwart fundamentaler Krisen, mutig den Aufbruch in eine ökologische und spirituelle Lebensart zu wagen.

Die Gestalt gewordenen Ideen, angewendeten Konzepte und Technologien der Föderation öffnen Perspektiven und Bewusstsein für die uns zur Verfügung stehenden Möglichkeiten, ein gesellschaftliches System zu entwickeln, das den Herausforderungen des 21.Jahrhunderts gewachsen ist. Es sind intelligente Lösungen, negative Auswirkungen des bestehenden Systems zu überwinden und existentielle Ressourcen nachhaltig zu sichern. Nahrungsmittel, Trinkwasser, Baustoffe und Energie.

Jamilanda setzt der Zeit des Diskutierens, Protestierens und Abwartens ein Ende und läutet eine Epoche ein, in der wir Menschen unsere ökologischen, humanen und spirituellen Erkenntnisse verantwortungsvoll in gelebte Tat umsetzen.

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