Das Verbindende finden

Verbindung 2 Kreis

Eine geheimnisvolle Kraft geht um,

die das Verbindende schwinden und uns schwindeln lässt.

Traurigkeit überkommt mich, wenn ich erlebe wie viel im Miteinander möglich wäre und wie wenig zustandekommt. Auch andere fragen sich: Woran liegt es, dass unsere Potenziale nicht zu einem Ganzen zusammenfinden? Alles ist da und doch scheint eine geheimnisvolle Kraft gutgemeinte Absichten und für die Gemeinschaft wertvolle Projekte zu vereiteln. Jene geheimnisvolle Kraft ist nicht irgendwo da draußen, unsichtbar im Verborgenen, ist kein ominöser Feind. Den gibt es auch, ja. Aber ein Widersacher ist stärker als alle anderen. Er lebt in jedem von uns. Ob wir wollen oder nicht. Er ist Teil unserer Evolutionsgeschichte. In uns selbst müssen wir jene geheimnisvolle Kraft aufspüren, die immer und immer wieder gute Absichten und leuchtende Visionen zu Fall bringt.

All die amüsanten Verlockungen, der beglückende Kurzweil. Niemand will etwas verpassen. So viel Schillerndes hascht nach unserer Aufmerksamkeit. Lenkt uns ab vom Blick nach innen. Sieht das Übel da draußen, fern von uns. Und entsteht Nähe zu einem Menschen, sehen wir es in ihm. Zwar wissen wir, dass sich andere in uns spiegeln, haben aber vergessen, dass wir selbst in Spiegel schauen. Die fürchten wir, weil wir im Leistungsdruck des Gutseins sind und bestreiten müssen, dass wir menschliche Schwächen und charakterliche Abgründe in uns tragen. Jeder muss sich bestmöglich verkaufen, um einigermaßen würdevoll leben zu können. Das geht nur mit unbeugsamem Narzissmus.

Wenn wir wirklich zusammenkommen wollen, führt kein Weg an jenem inneren Raum vorbei, in denen die Gremlins, Kobolde und Düsterlinge hausen, die nichts anderes im Sinn haben als ihren eigenen Vorteil. Ihr Erfolg baut auf Angst und Mangel. Das Mangel-Mantra macht uns zu Opfern ihrer Spiele. Sie erfinden allerlei Illusionen, die uns vorgaukeln, dass sie das besäßen, was uns fehle und unser Glück vollkommen mache. Wir müssen nur danach streben, all unsere Kraft und Energie dafür geben. Sobald wir etwas brauchen und begehren, steigen sie aus ihren Höhlen empor und treiben ihr Unwesen, das Menschlichkeit verhöhnt und Zwietracht sät. Nur ihnen soll die Aufmerksamkeit zuteil werden. Deswegen verachten sie jedes Miteinander und Zusammensein. Allein soll er sein, der Mensch und das Glück in Form von Gütern konsumieren.

Es sei für die gute Sache

Manche von uns sind tatsächlich unbelehrbar und versuchen es immer wieder, Gemeinschaft zu schaffen, Verbindendes zu finden, Liebe zu entfalten. Wollen den Mangel überwinden. Für sich und viele andere. Warum werden sie am Ende immer wieder davongejagt, nachdem man sich freudig ihrer Energie bediente, die sie im frommen Glauben herschenkten, es sei für die gute Sache gewesen? Man muss nur vortäuschen, etwas für die gute Sache tun zu wollen. Dann kommen die Weltverbesserer und Seelenheilsuchenden wie Nachtfalter zum Licht geflogen. Man sagt ihnen, wie sehr man sich freue auf ihr Kommen, dass man sie brauche und sie nun wichtig und bedeutend seien. Das hebt das Ego empor. Das ist Marketing. Ist die Katze im Sack, wird das Theaterspiel beendet. Jäh und ohne Worte. Von einem Tag auf den anderen. Wie oft schon sind wir diesen Häschern aufgesessen? Und sie sind sich nicht einmal bewusst, dass sie solche sind. Sie glauben an die eigene Herrlichkeit, weil sie sich nicht reflektieren können. Sie erkennen nicht, was sie wirklich tun, denn sie tun es so wie es alle immer taten, innerhalb der Matrix einer von Gewalt geprägten Welt. Sie wissen nicht, dass man ihre verborgenen Absichten an ihren Taten und ihren Geist an ihrem Verhalten erkennt; nicht an honigsüßen Worten.

Es sind nicht die anderen. Wir selbst sind es und müssen diesen Ungeist in uns selbst entlarven, wenn wir Frieden wollen. Viel zu tief sitzen diese Muster und Programme, als dass jemand behaupten könne, frei davon zu sein. Das ist nicht möglich. Sie sind ein Teil von uns. Wir sind der Wille, der frei entscheiden kann, welchem Geist er seine Kraft gibt.

Wahrzunehmen sind diese Verhaltensmuster nur, wenn wir innehalten und uns selbst betrachten, den Verlockungen mal kurz oder lang entsagen. Mal wirklich Urlaub machen. Dorthin reisen, wo wir uns selbst begegnen können. Unsere eigene Stimme hören und geheime Gefühle fühlen, ehrlich mit uns sein können und uns eingestehen, wonach wir uns sehnen.

Magische Zutaten der Verzauberung

Das uns Verbindende kann nur aufleben, wenn wir ihm einen Nährboden bereiten. Aber unsere Böden veröden, werden durch Mummenschanz und Mangelgeist vergiftet. Gift auf dem Acker wie in uns selbst. Kaum mehr Humus, auf dem prachtvolle Pflanzen und nährende Lebensmittel gedeihen. Außen wie innen, innen wie außen. Der Zustand der Umwelt ist der Zustand unserer inneren Natur. Wenig, was unsere Seele noch nähren und wirklich erheitern kann. Was sie belastet, dieser Krieg gegen die eigene und äußere Natur, ist umso stärker. Nicht materielle Werte sind es, die unsere Seele braucht. Sie sind nur ein Trost, eine Geste. Die Seele dürstet nach Anerkennung, Wertschätzung, Aufmerksamkeit, Zuwendung, Mitgefühl und Menschlichkeit. Vertrauen und Liebe – wie die brennende Erde nach Wasser und einem schützenden Kleid der Vegetation.

Wir können den Wandel noch so sehr wollen und herbeisehnen; ohne diese magischen Zutaten der Verzauberung gibt es kein nachhaltiges Gelingen von Gemeinschaft und Miteinander bis in die siebte Generation hinein. So dachten die nordamerikanischen Indigenen bei all ihren Entscheidungen im Umgang mit dem Leben. Ohne diesen Geist geht es nicht. Solange wir einander zum persönlichen Nutzen missbrauchen, ohne teilen zu wollen, solange wir in diesem Mangeldenken dümpeln, wird es keinen Wandel geben. Wir erleben gerade weltweit und global, wohin das führt. Wir werden unseren Enkeln auf die Frage, warum wir das zugelassen haben, antworten müssen, dass wir zu große Egomanen und Narzissten gewesen sind, getrieben von Habgier, Neid, Argwohn und Missgunst. Der Geist eines echten Wandels lässt sich nicht spielen oder nachahmen. Die Kraft der magischen Zutaten kann nur wirken, wenn sie echt sind und aus dem Herzen kommen. Es ist an der Zeit, „Krieger des Lichts“, sich dieser Aufgabe zu stellen. Unseren Kindern und Kindeskindern zuliebe. Ich bin gespannt auf die Wunder, die dann geschehen können und sollen.


Alander Januar 2020

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