Die Wandelbewegung formiert sich


Die Wandelbewegung formiert sich 2


 

Beim Makers-For-Humanity-Treffen in Ferropolis knüpften rund 40 Organisationen gemeinsame Bande

(efp)


Unter dem Namen „makers for humanity LAB“ (m4h) hatten der hannoversche Positive Nett-Works e.V. gemeinsam mit green net project, impact journey, open island Ferropolis, ökoligenta, open Source Ecology Deutschland und Transition Initiativen Deutschland zu einem dreitägigen ZukunftsLabor Ende Mai nach Ferropolis/Sachsen-Anhalt eingeladen. Dem Ruf waren ca. 140 Personen aus rund 40 Organisationen gefolgt. Im Kern ging es um die Frage, welche Werkzeuge, Kooperationen und Strategien der vielen Initiativen und Netzwerk für einen gesamtgesellschaftlichen Wandel hin zu einem „guten Leben für alle“ realisierbar sind.

… die Gesellschaft aus dem Stand heraus neu bauen

Hansi Herzog von „Art of Cooperation“ aus Österreich fasste die Grundbedingung der Zusammenarbeit für den Großen Wandel so zusammen: „Jeder kann und sollte nur das einbringen, was er wirklich gut und gerne macht. Wir könnten die Gesellschaft aus dem Stand heraus neu bauen, wir haben bereits alle Lösungen, aber wir beziehen uns noch nicht genug aufeinander.“

Das sichtbarste Ergebnis im Bereich Kultur und Bildung war die schwimmende Insel Open-Island 2.0, die in Ferropolis dauerhaft als „LernInsel“ platziert werden soll. Sie baut auf langjährigen Konzepten und Erfahrungen des Künstlers Joy Lohmann auf und hat bereits mehrere Praxistests in Indien und Thailand bestanden. Der neue hexagonale, 20 qm große Prototyp kann nun als Konstruktionselement für größere Strukturen auf Flüssen und Seen weltweit genutzt werden. Open-Island-2.0-Module schwimmen auf Industrieabfällen (PE-foam) und können je 6 Tonnen Gewicht tragen. Im Bildungsverbund mit der Ferropolis GmbH, dem Büro Anhalt und dem „Kompetenzzentrum Soziale Innovation, Halle“ soll Open-Island vor Ort mittelfristig als außerschulischer Lernort etabliert werden.

Ein Open-Source Bauplan ist für jedermann unter https://wechange.de/group/m4h/file/hexafloat-manual-10pdf/download nutzbar.

Zum Neubau einer zukunftsfähigen Gesellschaft präsentierte Alander Baltosée sein im neugegründeten Verlag des Wandels eben erschienenes Buch „Wandeloasen – Handbuch für solidarische Dörfer und nachhaltige Kommunen“ (ISBN-13: 9783947707003). Es bietet eine Fülle an Inspirationen und praktischen Anregungen für all jene, die in ihrem persönlichen Umfeld endlich mit dem „Großen Wandel“ beginnen wollen.

Die Gruppe mit dem Themenfeld „neue Ökonomie“ befasste sich mit den Herausforderungen und Möglichkeiten einer Open Source Kreislaufwirtschaft anhand der Beispiele Wikipedi, Linux, Firefox. Wichtige Fragestellungen: Wie lassen sie sich mit den Herausforderungen der Automatisierung und Digitalisierung im Demografischen Wandel vereinbaren?

… ein gemeinsames digitales Ökosystem

Einen entscheidenden Schritt schaffte die Arbeitsgruppe „Platform Coops“ mit ca. zehn VertreterInnen von ebenso vielen Plattformen und Vernetzungswerkzeugen der Wandelbewegung (u.a. wechange, Wandel Jetzt, Karte von morgen, Human Connection, actree, fairkom, ecobasa). Sie hatten nach zwei Tagen zum Wunsch nach einer gemeinsamen, automatisierten Schnittstelle gefunden. Mit ihrer Hilfe können Nutzer plattformübergreifend Informationen austauschen. Dafür ist bereits ein Werkzeug namens Transition-Connect in Arbeit, das von allen genutzt werden soll. Von Interesse ist auch ein gemeinsames Login-Werkzeug, mit dessen Hilfe man sich für mehrere Plattformen nur einmal anzumelden braucht. Alle Vertreter der Plattform-Kooperativen haben der Initiative Art of Cooperation aus Österreich und dem deutschen Verein Freie Kommunikation und Nachhaltiger Lebensstil (frekonale e.V.) den Auftrag erteilt, den Vernetzungsprozess voranzutreiben, auf dass sich ein gemeinsames digitales Ökosystem bilden möge.

… einen wandelweiten Lenkungskreis zu entwicken

Parallel zu dieser Gruppe trafen sich Strategen und Netzwerkaktivisten, die sich grundlegend Gedanken über den ökosozialen Wandel machten. Sie gelangten zu der gemeinsamen Auffassung, dass eine Integration von möglichst vielen Akteuren des Wandels wichtig ist. Es kam der Gedanke auf, langfristig einen wandelweiten Lenkungskreis zu entwicken, in dem sich die Bedarfe aller dem gesellschaftlichen Wandel verbundene Organisationen anschließen können, umgangssprachlich vorerst Wandel-Parlament genannt. Um einen weiteren Schritt auf diesem Weg zu beschreiten, plant die Gruppe „Netzwerk&Strategie“ ein Treffen im Herbst. Ebenfalls im Gespräch ist ein gemeinsamer Auftritt der makers4humanity auf dem ersten Berliner Mitweltfestival 2019 im FEZ Berlin. Nähere Informationen unter wechange.de/project/m4h-lab-netzwerk-strategie.

… ein Urvertrauen unter den Wandel-Akteuren

Die österreichischen Pioneers of Change hatten zeitgleich eine Veranstaltung, so dass sie mit den Teilnehmer*innen des makers for humanity LAB eine gegenseitige Grußbotschaft austauschten. Hansi Herzog schloss sich der positiven Grundstimmung an. Für ihn war das makers for humanity LAB eine „wunderbare Gelegenheit zu sehen, was sich in Deutschland und im ganzen deutschsprachigen Raum so zum Thema Wandel, besonders in Hinsicht Vernetzung, tut. Für mich ein toller Aufschlag für weitere Schritte. Wir dürfen gespannt sein und freudig mitgestalten :)“

Helmut Wolman (bildungsagenten.com, kartevonmorgen.org) fasste Atmosphäre und Ausblick des Treffens so zusammen: „Ich bin begeistert, dass eine so breite und doch konkrete Plattformvernetzung möglich war. Ich glaube, das haben wir zum einem der kreativ-künstlerischen Stimmung zu verdanken, die durch Open-Island und ähnlichen Kunstaktionen gelebt hat, und der offen-interessierten Vernetzungsarbeit, die lange vor dem Lab durch frekonal e.V. und viele Akteure des Labs begonnen hat. So lebte hier ein Urvertrauen unter den Wandel-Akteuren, das einen sehr langen Prozess beginnen lässt. Der erste große Antrag mit Bonn im Wandel, Hub4Change (Freiburg), frekonale und Karte von morgen ist bereits gestellt. Zur Schaffung einer Commons API die alle Plattformen miteinander verbindet.“

Kontakt Presse: langer@oekoligenta.de


 

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