Verkehrs-Infrastruktur & Mobilität im 21. Jahrhundert

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Ökologisch, solidarisch, flexibel und nachhaltig müssen sie sein!

Die grundlegende Bedingung für die Wiederbelebung ländlichen Raumes und die Entlastung des städtischen Individualverkehrs ist ein intelligentes, breitgefächertes Verkehrs- und Mobilitätskonzept.


Nur mit einer modernen, ökologischen Infrastruktur öffentlicher Personenbeförderung lässt sich auf dem Land auch ohne Auto leben, bzw. können Familien mit einem Auto auskommen, anstatt – wie so oft – zu einem zweiten oder gar dritten genötigt zu sein.

Der erste und leichteste Schritt zur Belebung des Landes ist ein flexibles Nahverkehrsnetz, an dem unterschiedliche Modelle des Personentransportes und verschiedene Fahrzeugtypen teilnehmen. Bisher ist der Öffentliche Personen Nahverkehr (ÖPNV) mangelhaft oder gar nicht vorhanden und wenn, dann sind die Fahrpreise meist hoch und die Verbindungen zeitraubend. Da heißt es mehrgleisig denken, um den Verkehrsfluss des Landes an die Schnelligkeit des gesellschaftlichen Pulses anzugleichen.

Gerade im Sektor des öffentlichen und privaten Nahverkehrs machen elektrisch betriebene Fahrzeuge großen Sinn. Sie legen meist keine weiten Strecken am Stück zurück und können an jeder Station ihres Streckennetzes aufgeladen werden. Das Angebot an Fahrzeugtypen und Konzepten ist reichhaltig:

  • Elektro-Kleinbusse und -Bürgerbusse,
  • Sammeltaxis,
  • Auto- und Fahrrad Verleih- und Teilsysteme (Carsharing),
  • aber auch elektrisch angetriebene Rikschas, Fahr- und Lastenräder.

Das ist das eine, was zu tun ist: den ÖPNV mehrgleisig ausbauen und gleichzeitig ein kreisübergreifendes Netz entwickeln. Viele Gemeinden und Kreise versäumen es bislang, ihren ÖPNV miteinander zu verknüpfen und aufeinander abzustimmen. Nebst den bestehenden und noch betriebenen, meist umständlich vernetzten, Buslinien und Regionalzügen fehlen Alternativen und Ergänzungen, die das Angebot des ÖPNV attraktiv und flexibel machen. Günstige Fahrpreise und schnelle Anbindungen würden es Pendler leichtmachen, dem nervenaufreibenden Wahnsinn des Berufs- und Stadtverkehrs auszuweichen.

Zusätzlich entwickelt und stärkt man verschiedene Alternativen der Mobilität. Ein gut ausgebautes Fahrradwege-Netz – inkluisve Fahrrad-Schnellwegen – lässt unsere Autostrassen wieder stiller und sauberer werden, spart zudem enorme Geldsummen durch weniger Instandhaltungskosten und den unnötig werdenden Ausbau von Straßennetzen. Diese Gelder können zum weiteren Ausbau kollektiver Verkehrssysteme eingesetzt werden.

Wir haben noch gar nicht wirklich angefangen, über alternative Mobilität nachzudenken.

Das Auto ist eine lieb gewonnene Gewohnheit und an Flexibilität nicht zu überbieten. Doch diese individuelle Freiheit stößt an ihre Grenzen. Nicht nur die Staus sind deutliche Gegenargumente, vielmehr noch die Belastungen für die Um- und Mitwelt, für die Natur und unsere Atemluft. Die Diesel-Geschichte zeigt uns das ganze Ausmaß der Hilflosigkeit auf, wie auf den übersteigerten Verkehr und die Probleme der Verbrennungsmotoren reagiert wird. Es sind ja keine Verbrecher, die da am Werk waren, sondern Ingenieure und Politiker, die keinen Ausweg wissen und mit faulen Tricks den Kopf in den Sand stecken.

Wir müssen umdenken, Mobilität neu denken, sie wandeln. Es braucht dringend Konzepte, die unsere Straßen entlasten: Vom Individualverkehr und vom Transportwesen. Anstatt immer breiterer Straßen braucht es Regionalzüge, Straßenbahnen und ein breit ausgebautes Netz von Fahrradschnellwegen. Und selbstverständlich ist der Lastentransport zunehmend auf die Schiene zu verlagern.

Mobilität auf dem Land ist ein zentrales Thema der Wandelbewegung. Ohne fließende Verkehrsadern im ländlichen Raum und auch zwischen Stadt und Land kann der Organismus nicht leben, kann händlerischer und sozialer „Stoffwechsel“ nicht stattfinden. Dabei haben wir heutzutage Möglichkeiten wie noch nie.

  • Bürgerbusse sind bereits seit den 80er Jahren in Deutschland auf dem Vormarsch. Was die Kommune selbst nicht leisten kann, übernehmen Bürger in genossenschaftlicher Eigenregie. Die Bürgerbusse sind an keine festen Linien gebunden und können nach Bedarf eingesetzt werden.
  • An anderen Orten hat man eine private Personenbeförderung ins Leben gerufen: Fahrdienste, die fehlende oder zu teure Taxis ersetzen.
  • Eine weitere Variante ist die Anschaffung von Kollektiv-Fahrzeugen, also die gemeinsame Nutzung von Autos.
  • Sogenannte „Mitfahrbanken“ sind eine moderne Form des Trampens.
  • Apps organisieren Mitfahrangebote in und zwischen den Kommunen.
  • Stark und schnell befahrene und überdies schlecht geteerte Land- und Bundesstraßen machen Angst und sind für Kinder und Senioren unzumutbar. Gut und breit ausgebaute Fahrradwege auf eigenen, von der Straße abgewandten Bahnen, wir wir das aus Holland kennen, würden einen hohen Anreiz schaffen, vom Auto aufs Fahrrad umzusteigen. Wir bräuchten ein unabhängiges Fahrradweg-Verkehrsnetz auf dem weit und intelligent verzweigte E-Fahrrad-Verleihsysteme greifen könnten.
  • Bürger wagen, nicht nur Bürgerbusse zu unterhalten, sondern auch genossenschaftlich organisierte Bürger-Regionalzüge.
  • Warum nicht auch wieder von Pferden gezogene Kutschen innerhalb der Ortschaften einsetzen?

Bislang sind im Internet nicht viele Informationen über dieses Thema zu finden, die einen übergeordneten und verbindenden Charakter haben. Es reichen die Stichworte, um in der Suchmaschine die wenigen Internetpfade zu finden, die sich einer ökologischen und kollektiven Mobilität annehmen. Das sollten wir ändern.

 

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