Witterung

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Aufrechte Wesen – windzerzausten Krähenfrauen gleichend

Verharren anmutig und reglos am Abgrund steiler Küste.

Beharrliche Blicke geschlossener Augen

Sehen fern über die Horizonte des weiten Ozeans hinweg,

Brandend und tosend lässt er die Felsen erzittern.

Andächtig ziehen Wolken vom Meer heran.

Sprechen dabei vage von Zeit in dieser Ewigkeit.

Seidenes Tuch umhüllt die krähernen Frauen

Schwingt in Wellen wie ein prächtiges Federkleid.

Eine frische Brise weht vom endlosen Wasser heran

Züngelt pfeifend und zischend über baumlose Wiesenhänge.

Als wolle sie eine Botschaft zu den fernen Bergen tragen

Ein Licht.

Jetzt, leicht ihre Köpfe hebend

Wittern die Krähenfrauen auf das Große Wasser hinaus.

Entbunden ihres vor unnennbarer Zeit angenommenen Yogas

Wenden sie sich vom Wasser der Erde zu.

Viele Generationen der Abwesenheit schließen einen Kreis.

In Harmonie mit den Klängen und Wellen des Seins

Lassen sie sich schweigend am Feuer ihrer Ahnen nieder.

Dort, wo seit Äonen das Erbe behütet wird

Um dessen Erfüllung sie

in lichtstrahlender Meditation nun bitten werden

Bevor sie dem Weg folgen

Der ihnen bestimmt ist.


aus dem Märchen Epos „Thani“

von Alander Baltosée


 

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