Liebe

Liebesherz px


Liebe – die innige Verschmelzung zweier Seelen.

Gemeinsam fließen im puren Sein,

im unendlichen, zeitlosen Ozean jenseits des Ichs.

Der Weg dorthin ist schmerzhaft, verschlungen und weit.

Wir glauben, denn so haben wirs gelernt,

die Liebe im Spiel zwischen Mann und Frau zu finden.

Im Ringen um dieses gemeinsame Seinsgefühl

geschehen aber dann so manche Missgeschicke.

Was vor aller Erfahrung so einfach für uns klang,

erweist sich in der Zweisamkeit oft als Zwang.

Der Zwang, gefallen zu wollen

und alles richtig zu machen,

den geliebten Menschen nicht zu verärgern

und ihm das Leben auf alle erdenkliche Weisen

zu veredeln und zu versüßen,

ihn zu betten, als sei er im Paradies.

Rosengirlande

Wir sehen und lieben im Anderen,

was wir an uns selbst so gerne mögen,

sehen im Antlitz der Geliebten eigene verkannte Schönheit.

Wir lassen uns fallen, fühlen uns geborgen,

öffnen uns, springen trotz aller seelischen Gefahren

hinein in das wohlige Glück und wollen offenbaren,

wie wir hinter der Fassade und Rolle wahrhaftig sind.

Wir fühlen uns verstanden, gesehen und gespürt,

bis zum Grunde unseres Wesens.

Endlich scheint die endlose Einsamkeit vorüber,

das Getrenntsein von der Welt aufgehoben.

Plötzlich, nach einer Weile, die vergangen ist,

hält es einem den Spiegel vor.

Uns trifft der brennende Pfeil vergessener Seiten.

Holen uns ein, die altbekannten Ängste, zum xten Male.

Das kennen wir!

Das andere trauen wir uns nicht zu wagen.

Dem Vertrauen und uns selbst treu zu bleiben.

Kommt es zur Trennung,

halten wir nach einer Zeit inne,

denn wir begreifen, dass wir uns

im Anderen erkennen wollen,

dass sich unser Sein im Geliebten spiegelt.

Auch jene Seiten, die wir nicht mögen,

die wir für die Liebe zu heilen haben,

um Sein in wahrhaftiger Verschmelzung

leben und entfalten zu können.

Den wilden und aufregenden Tanz

zwischen Mann und Frau.

 Rosengirlande

Eine Liebes-Geschichte zeigte dir,

wie das Haben-Wollen den Geliebten ersticken kann.

Die nächste führte dir vor Augen,

wie selbstmitleidiges Opferspiel Schönheit zerbricht,

eine andere ließ nachempfinden,

zu welch’ grausamer Waffe sich Wut verwandeln kann,

dass Worte sich zu Gewalt erzürnen.

Kennt kein Halten mehr, der Zorn, mit seinen Worten.

Schießt Sätze wie Geschosse in den Raum,

die sich ins Gedächtnis graben,

leidvoll in der Seele Narben schlagen.

Ein anderes mal war die Geliebte so eifersüchtig,

dass jedes Vertrauen darin erstarb.

Immer wieder zeigte das Leben

im Gewande der Liebe,

wie es sich für andere anfühlt,

das eigene Sprechen, Handeln und Verhalten.

Wir erkennen, wann und wo wir andere schmerzten,

indem wir es durch den Geliebten an uns selbst erfahren,

Die Liebe, das, was wir so nennen,

und zu nennen gelehrt bekommen haben,

entlarvt unschuldig blinde Flecken schonungslos,

will sie heilen und erlösen,

Hindernisse auf dem Weg zur Symbiose beseitigen,

um sich frei entfalten zu können,

über enge Horizonte des Ichs hinaus.

 Rosengirlande

Die Geduld der Liebe

zerreißt am inneren Widerstand,

sich selbst erkennen zu wollen.

Man findet sich wieder im Alleinsein mit sich selbst.

Hast nicht vergessen, dankbar zu sein,

für all die Selbsterkenntnis,

doch schmerzvoll brennt der Verlust

der dich jäh ereilte.

Die Geliebte lockt und betört,

mit ihren Reizen, mit ihrer Hingabe.

Verschenkt sich liebestrunken

und entblößt im gleichen Zuge

die Unfähigkeit des Menschen, reine Liebe anzunehmen.

Und ihr ergeht es ebenso.

Sie lässt spüren, wie schrecklich traurig es ist,

wenn Liebe nicht angenommen werden kann,

wenn die Angst über Vertrauen siegt,

zum xten Male.

 Rosengirlande

Das Vertrauen ist im Verliebtsein gewachsen,

ließ Hingabe wie Blüten in den Maiwind treiben,

bis aus nichtigem Anlass der Zauber erlischt,

im Augenblick, in dem Zweifel und Argwohn

sich fast unmerklich einzuschleichen beginnen.

Ein seltsamer Blick der Geliebten stiftet Verwirrung,

lässt dich scheinbar grundlos ins Bodenlose stürzen.

Du schaust sie an und fühlst,

dass Edles zu zerbrechen beginnt.

Nichts vermag es aufzuhalten,

als sei es unumstößliches Gesetz.

Im glückseligen Liebestaumel,

wird sich in Freude umschlungen.

Doch das Gift von Argwohn und Misstrauen

macht jäh den Zauber zunichte.

Plötzlich aus dem Nichts gekommen, ist er da,

dieser Impuls, mit dem uns das Vertrauen verlässt.

Wir haben uns weggeschenkt,

im Geben ergossen.

Doch dann schlägt eine Tür ins eiserne Schloss,

stellt durch ein einzelnes Wort,

mit einem einzigen missverstanden Satz,

das Heilige in Frage.

Aus dem Himmel gefallen.

 Rosengirlande

Du ließest Dich verzehren,

betörende Reize lockten dein Begehren,

ließen dich glauben,

es sei die Liebe, der du folgst.

Bis der Moment der Erschöpfung kommt

Zurückgeworfen und beraubt der Illusion,

die hoffen und glauben ließen,

es gäbe ein immerwährendes Glück zu zweit,

als gäbe es den richtigen Lebenspartner,

zwei Wesen, Mann und Frau,

die zwei Hälften einer Seele sind.

 Rosengirlande

Was eben noch Liebe war,

ist nun bizarre Fremde.

Ein Wort, ein Satz provoziert die Frage,

ob man den anderen wahrlich kennt.

Hat man ihn jemals kennengelernt?

Oder war es nur unser Wünschen,

das wir im Anderen sehen wollten?

Was geht in ihr vor,

kann mich der Geliebte spüren?

Ist dieser geliebte Mensch so nah bei mir,

dass seine Liebe die Zweifel besiegt?

Waren alle Bekenntnisse,

die schönen Worte und Komplimente

nur im Taumel der Euphorie

von den Lippen geflossen?

Welche Kraft reitet uns,

wenn wir uns romantisch ergießen?

Ist das die Liebe oder hungrige Begierde?

 Rosengirlande

In einem Moment war jede Berührung

noch natürlich und ungezwungen,

dürstete die Liebe nach Zärtlichkeit,

labte sie sich in sinnlicher Erotik.

Ein winziger Augenblick, ein Gedanke,

eine Geste oder ein fragender Gesichtsausdruck,

lassen die Seelen aus der Wonne fallen.

Die Fragen nach dem Warum wollen nicht enden

und es gibt keine Antworten auf sie.

Mann und Frau sprechen

in unterschiedlichen Sprachen,

verstehen nicht Inhalt noch Sinn,

was der andere als Botschaft sendet.

Hörst nur noch, was deine Ängste nährt,

alte Wunden wieder klaffen lässt.

Eine Spirale der Verwirrung

beginnt sich zu drehen.

Jeder Versuch der Klärung

kann entstandene Fronten nur verhärten.

 Rosengirlande

Trau ich mich noch,

Haut zu streicheln,

Nacktheit wie ein Fest zu feiern,

mich von Liebreiz verführen zu lassen?

Ich schlafe darüber, eine Nacht.

Vielleicht auch ein, zwei weitere.

Aber dann! Morgens mit Sonnenwetter

ist die Liebe wieder erwacht,

war alles nur ein böser Traum,

ein Hologramm, in das ich mich verlief.

Der Liebende wird zur Geliebten fahren

und sich in ihren Armen wiegen wollen,

beim Frühstückskaffee

ihr verzaubert in die Augen schauen

und wissen,

dass es einfach nur ein Wunder ist,

wie gern er mit ihr beisammen ist,

wie dankbar er ist,

sie in seiner Nähe zu fühlen.

Meer 02

 

 

2 thoughts on “Liebe

  1. Liebe ist neben Wasser und Licht eine der drei Essenzen des Lebens – die Liebe zu einem Menschen, zu allen Menschen, zu Bäumen, zu allem was lebt… Un dje mehr Liebe wir geben, um so mehr haben wir in uns. 🙂

  2. Dein Sein erleuchtet die Wege meines Lebens
    In traumerfüllten Nächten
    Und in friedvollen Tagen.
    Deine Trauer ist die Dunkelheit
    Und dein Glücklichsein mein Licht.
    Deine Freiheit ist mein Gesang,
    Ist das Wasser, das die Saat der Liebe nährt
    Zwischen der Zärtlichkeit der Erde
    Und der Weite der Himmel.
    In der Tiefe
    Sind unsere Wurzeln ineinander verflochten,
    Und unsere Seelen
    Wachsen empor in hellem Raum,
    Einander tragend,
    Einander behütend
    In ewigen Flug durch die goldene Zeit. 🙂

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