Terra Preta – Böden fruchtbar machen


Humus bilden für Artenvielfalt und Lebendigkeit

Seit Menschen sesshaft geworden sind und Ackerbau betreiben, beschäftigt sie die Frage, wie sie dauerhaft ertragreiche Ernten erlangen können, ohne dass die Böden ihrer Felder an Nährstoffen und Fruchtbarkeit verarmen. Sie lernten, dass sie ihre Äcker und Plantagen düngen müssen, um die Böden fruchtbar zu halten und Nahrungsmittel über Generationen anbauen zu können,
In unserer Zeit ist die Verarmung und Vergiftung von Böden ein großes Problem geworden, was in vielen Teilen der Erde zu wachsender Abholzung von Wäldern führt, um neue Anbauflächen zu gewinnen, die jedoch nur wenige Jahre genutzt werden können, bevor sie mehr oder minder verkarsten. Das stellt die Produktion von Nahrungsmitteln vor immer größer werdende Probleme. Deshalb ist es von immanenter Bedeutung, verödete Böden wieder fruchtbar zu machen. Nur wenn die entzogenen Nährstoffe dem Boden wieder zurückgeführt werden, lässt sich eine langfristige Bewirtschaftung sicher stellen.
Die Amazonier entwickelten ein geniales System, diese Herausforderung langfristig und nachhaltig zu lösen. Sie hatten entdeckt, dass Holzkohle durch seine poröse Beschaffenheit große Mengen Wasser und Nährstoffe in sich aufnehmen und speichern kann. Außerdem neutralisiert Holzkohle unangenehme Gerüche, beispielsweise von Fäkalien und hemmt die Bildung von Krankheits-Erregern. Diese Eigenschaften machten sie sich zunutze, um aus den Abfällen ihrer Kultur die schwarze Erde Terra Preta zu gewinnen.
Eine Vielfalt organischer Reststoffe, wie Essensreste, pflanzliche Abfälle, Asche, Fischgräten, Tonscherben, Knochen, Hühnerdung und menschliche Exkremente wurden unter Zugabe von Milchsäure und mineralischen Zusätzen, wie Muschelkalk und Tonerde in Tongefäßen fermentiert. Auf diese Weise beugten sie der Auswaschung der Nährstoffe durch starke Monsunregen vor. Anschließend wurde der Humus mit Mikroorganismen angereichert. Holzkohle wirkt wie ein Dünger, der Stickstoff, Kohlenstoff und Wasser durch seine feinen Poren zu speichern vermag. Die Holzkohle hält dadurch die Nährstoffe im Boden fest,
Heutzutage kann dieses Verfahren mittels der Pyrolyse beschleunigt und in großem Stil angewendet werden. Man sollte es zur Pflicht machen, dass Gülle in einer betriebseigenen Pyrolyse-Anlage entsorgt werden. Neben der Gewinnung von Biokohle kann zusätzlich Energie gewonnen werden. Aber auch im Garten oder auf dem Bauernhof können wir mit dem Prinzip der anaeroben Fermentierung für eine regelmäßige Humus-Bildung sorgen. Das so gewonnene Substrat steigert die Fruchtbarkeit der Böden um bis zu 900%. Selbst ausgelaugte Böden lassen sich innerhalb weniger Jahre wieder beleben.
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Herstellung von Terra Preta

Zur Herstellung der „Wunder-Erde“ werden organische Reststoffe, wie Bioabfälle aus der Küche, Kompost, Klärschlamm, Fäkalien, Gülle, Holzschnitt aus Sägewerken und vor allem auch Algen unter Druck und Ausschluss von Sauerstoff fermentiert. So entsteht ein Humus, der mit Holzkohle oder besser noch Biokohle angereichert wird, die in Pyrolyse-Anlagen aus Stroh, Miscanthus, Spelzen und Holzresten gewonnen wird. Aus einer Tonne Biomasse entstehen auf diese Weise (der hydrothermalen Karbonisierung) ohne größeren Energieaufwand rund 700kg Biokohle.
Im Garten werden Grünkompost und organische Abfälle mit Lehm, Mutterboden und Steinmehl in einem Verhältnis von 10:1 mit Biokohle gemischt und in einen Kompost eingebracht. Wir können dafür auch Holzkohle verwenden, was aber aus ökologischer Sicht nicht ratsam ist. Wer viel Holz in Öfen zum Heizen verbrennt, kann die entstehende Kohle abschöpfen, bevor sie zu Asche verbrennt. Regenwürmer sorgen für die Umwandlung des Gemischs in ein feines Humus-Substrat. Die Biokohle ist für sie eine wertvolle Brutstätte, wodurch sie sich gut vermehren.
Ein bewährtes Mischungsverhältnis besteht aus 10 % Biokohlepulver, 20 % Mutterboden, 30% Hühnermist und 30 % Küchenabfälle, das mit 10 % Kuhmist angeimpft wird. Hierfür können auch Effektive Mikroorganismen verwendet werden. Das gut gemischte Material wird in große Kübel (können auch Kunststoffsäcke sein) gefüllt und verdichtet. Die Gefäße werden mit der Öffnung nach unten aufden Boden gestellt.
Im größeren Stil wird 1 Tonne Mutterboden mit 600 kg Mist (von Pferden, Kühen, Hühnern) und 400 kg Grünabfälle gemischt. 10 l Zuckerrohrmelasse und eine Handvoll Backhefe hinzugeben. Das Gemisch wird zu ca. 1 m hohen und 1,20 mbreiten Haufen geschichtet und mit Folie abgedeckt. Um das Heißwerden der Mieten zu vermeiden kann die Wärme mit Schläuchen abgesaugt werden. Die Temperatur in der Miete soll nicht über 40 Grad Celsius steigen. Nach ca. 1 Monat ist der Prozess abgeschlossen und kann die Wundererde verwendet werden.
Alander Baltosée

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Internetpfade zum Thema TERRA PRETA

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Terra Preta in Wiki  –  http://de.wikipedia.org/wiki/Terra_preta

TERRA PRETA Zauberboden  –  http://www.terrapreta.de/

Terra Preta  –  http://www.terra-preta.de/

Terra Preta Wiki  –  http://terrapretawiki.org

Gold der Erde  –  http://www.das-gold-der-erde.de

 

Artikel zur Terra Preta

 

Wundererde  –  http://www.zeit.de/2011/49/Terra-Preta

Terra Preta herstellen mit dem TriaTerra-System  –  http://www.triaterra.de/

Terra Preta – Modell einer Kulturtechnik

http://www.ithaka-journal.net/terra-preta-modell-einer-kulturtechnik

Auf den Spuren der Terra Preta in Mittelamerika

http://www.ithaka-journal.net/auf-den-spuren-der-terra-preta-in-mittelamerika

Palaterra – wir machen Boden gut  –  http://www.palaterra.eu

Alternative Garten-& LandWirtschaft

http://www.alternative-agriculture.org/real/Terra_Preta

Ein Wunderboden soll das Klima schonen

http://www.welt.de/wissenschaft/article116442415/Ein-Wunderboden-soll-das-Klima-schonen.html

Schweizer Weingut, das u.a. Terra Preta benutzt   –  http://www.mythopia.ch/

Filme zur Terra Preta

 

Den Boden gut machen  –  Die Indios nutzten vor 2000 Jahren die Terra Preta Karlheinz Weinfurtner vom Fraunhofer-Institut für Angewandte Ökologie versucht, den Sauerländer Waldboden mit Terra-Preta-Erde aus Brasilien zu regenerieren.

http://www.3sat.de/page/?source=%2Fnano%2Fcstuecke%2F140580%2Findex.html

Terra Preta – Schwarze Erde aus dem Regenwald * http://www.youtube.com/watch?v=RZmW4ceWQF4

Die Wiederentdeckung-der-Terra-Preta *

http://www.zdf.de/ZDFmediathek/beitrag/video/1489276/Die-Wiederentdeckung-der-Terra-Preta#/beitrag/video/1489276/Die-Wiederentdeckung-der-Terra-Preta

Terra Preta – Das Erbe der Indianer *

http://www.youtube.com/watch?v=UnpVqWf46r8

„Terra preta“ – Wundererde für das Wendland

http://www.youtube.com/watch?v=Yb8uKxH8nMc

Terra Preta: Die Schwarze Erde – Marko Heckel und Dr. Haiko Pieplow

http://www.youtube.com/watch?v=uAWQd4lx77Q&feature=player_embedded#at=547

Permakultur – Leben in und mit der Apotheke Gottes – alpenparlament

Dr. med. Michael Ehrenberger und Peter Steffen im Gespräch mit Michael Vogt über Permakultur als die Alternative in der Landwirtschaft.

http://www.alpenparlament.tv/mediathek/natur-umwelt-energie/49-permakultur-leben-in-und-mit-der-apotheke-gottes

Humus – Die vergessene Klima-Chance

https://www.youtube.com/watch?v=w5da0aCiaqY

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One thought on “Terra Preta – Böden fruchtbar machen

  1. Biologische Landwirtschaft ist auch sehr gut ohne terra preta möglich, wie die Erfahrung zeigt. Terra preta ist kein Wunderdünger, sondern ein Nährstoffspeicher, genau wie die in fast allen Böden enthaltenen Tonmineralien und Ton-Humus-Komplexe. Wer seinen Boden regelmässig mit Humus versorgt und organisch düngt, braucht keine Terra preta. Eine massenhafte Produktion von für die terra preta benötigter Holzkohle ist mit einer unnötigen Energieverschwendung und Luftverschmutzung verbunden. Ein guter Kompost ist der beste Dünger.
    Für die Amazonasindianer war die Kompostierung ihrer Abfälle zu Terra preta freilich ein schlauer Zug, denn ihre tropischen Böden enthalten von Natur aus wenig nährstoffspeichernde Tonmineralien und leiden aufgrund der hohen Niederschläge unter starker Ausspülung der Nährstoffe, was die terra preta auf ideale Weise verhindert.
    Wir in den gemässigten Breiten können von dem terra-preta-Konzept vor allem eines lernen: Dass wir durch die Düngung mit unseren kompostierten Fäkalien und anderer Grünabfälle uns landwirtschaftlich selbst versorgen können- auch ohne Holzkohle!

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