Poesie des Großen Wandels

Paradiesvogel


Wenn Du Dich einen Moment oder auch zwei in aller Ruhe hinsetzt, innehälst, mal alle Geräte auslässt, im Freien sitzt und die Natur spürst, in der sich die Schöpfung mannigfaltig zum Ausdruck bringt, dann wirst Du es spüren, hören, sehen: Diesen Aberwitz. Es fällt schwer zu glauben, dass dieser Wahnsinn da draußen wirklich wahr ist. Dieses Leben in Hetze und Sorgen, dieses Mühen und Rackern für eine Berechtigung, auf dieser Erde leben zu dürfen. Mit der Geburt geht man gesamtwirtschaftliche Verpflichtungen ein.

Kann das alles wahr sein? Das Gezanke und Gestresse, die Ellbogen und täglichen Nicklichkeiten unter den Menschen. Wozu das alles? Gier, Neid, Hass, Hunger, Elend und Kriege? Würde dieser böse Albtraum doch endlich vorbei sein! Den Bildern des wahren, natürlichen Lebens wieder ansichtig werden. Das wäre schön. Rausgehen und alles ist gut. Aber es ist leider der bittere Ernst einer menschengemachten Wirklichkeit. Hoffnungslos. Denkt man, fühlt man. Muss der Gang der Dinge sein. Aufblühen und Vergehen von Kulturen und Zivilisationen.

Diese Wirklichkeit des Untergangs muss sich wandeln, denkst Du. Am liebsten schon gestern. Es muss doch auch anders gehen. Satt von all den Auswüchsen eines menschenverachtenden Systems, das einen Planeten zu plündern trachtet, ihn ausquetscht wie eine Zitrone. Wahrscheinlich sind das gar keine Menschen, die das verantworten. Sie verstehen uns gar nicht, was wir meinen: einfach mal wieder entspannt im Dasein leben können.

Wie kann man dem entrinnen, wie die düsteren Wolken vertreiben, die einen um den Lebensmut bringen wollen? Mit der Poesie des Lebens. Mit all den vielen kleinen Sternchen der Schönheit, die Herzen und Seelen erfreuen, die kindlich werden lassen, uns zu lebensbejahenden und liebenden Menschen verwandeln. Was will man schon? Das Leben auf der Erde genießen können, in Frieden und Wohlstand. Sich erfreuen am Wunder der Erde und ihrer bezaubernden Natur. Diesen Wandel wollen wir.

In einer Welt und Zeit, in der Förmlichkeit und Sachlichkeit oft vor Menschlichkeit und Natürlichkeit gestellt werden, Fakten, Beweise und Zahlen höher bewertet werden, als Emotionen und Wünsche, Intuition, Fantasie und Feingefühl, braucht es herzgefüllte Worte und seelentiefe Visionen, die dem Leben den Atem der Poesie einhauchen.

In einer Zeit und Welt, in der die Schatten riesig groß zu sein scheinen, braucht es die Ewigkeit der Poesie, jener hingebungsvollen Liebe zur Schönheit der Schöpfung, der Hingabe an die Spiritualität und Mystik der Erdnatur.

Mit Argumenten und Beweisen lassen sich die Akteure der Zerstörung nicht aufhalten. Sie rasen durch ihren Tunnel, sehen weder Jetzt noch Zukunft, sondern nur Profite. Aber mit der Sprache der Herzen, der Poesie, lassen sich Seelen erreichen, erwecken, erinnern, können wir einander nähern, uns mit Vertrauen erwärmen, uns in der Ähnlichkeit unserer Gefühle erkennen und unsere Würde in einem größeren und höheren Sinn wiederfinden. Lichte Träume von einer besseren Welt sollen wahr werden.

Diese Poesie des Wandels wollen wir – Schmetterlinge, die sich von der nimmersatten Bedürfnis-Raupe in Tänzer zu wandeln wünschen, die sich vom Nektar des Lebens nähren.

Schmetterlings-Baum


 

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